Petition zum 8. Mai

07.05.2020

Petition zum 8. Mai

Der 8. Mai – gedenken und handeln!

In einer Petition, die bisher (Stand 7. Mai 2020) an die 100.000 Menschen unterschrieben haben, fordert die Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der BRD e.V. und Ehrenpräsidentin der VVN, Esther Bejarano:

Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.

Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, hat sich – was Wunder – gegen den 8. Mai als Feiertag ausgesprochen. Der Tag des Kriegsendes stehe für “eine absolute Niederlage sowie den Verlust von großen Teilen Deutschlands und den Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten.”

Mit seiner Rede am 8. Mai 1985 im Deutschen Bundestag stieß der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei Teilen der CDU nicht gerade auf Begeisterung. Aber im Gegensatz zu Gauland, dessen politische Karriere im Umfeld dieser sogenannten „Stahlhelmer“ begann, stellte von Weizsäcker unmissverständlich fest::
„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft….Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen.“

Als Botschaftsrat in der Schweiz hatte sein Vater Ernst von Weizsäcker 1934 versucht die Aufführung des  Theaterstücks „Professor Mamlock“  in Zürich zu verhindern und zudem beim Auswärtigen Amt in Berlin die Ausbürgerung des Autors befürwortet. Der Arzt und Dramatiker Friedrich Wolf, der seit 1927 in Stuttgart lebte, hatte samt Familie 1933 die Stadt verlassen müssen.

Bei seinem Besuch 1946 hielt Wolf im Stuttgarter Furtbach-Saal den Vortrag „Mut zu Wahrheit – Mut zum Leben“.
Er redete damals seinen Zuhörern ins Gewissen: Wissen Sie überhaupt, was geschehen ist? Wollen sie es überhaupt wissen?“ und „Die totale Niederlage nach Hitlers totalem Krieg  war mehr noch eine geistige Niederlage als eine militärisch-wirtschaftliche.“
Im Stuttgarter Rundfunk merkte er an: „Keiner will etwas Böses getan haben. Alle haben dabeigestanden und den Untaten der brauen Verbrecher zugesehen.“
„Wir sind ein Volk! Aber wir sind auch Söhne der großen Völkerfamilie, die sich Menschheit nennt.“ und Wolf fordert: „Schluss mit der Gewissensfeigheit! Mut zur Wahrheit und Mut zur Verantwortung!“
 
Den Mut gegen rechte, völkische, neo-faschistische und geschichtsblinde Kräfte einzutreten und sich ihren rückwärtigen "Gestaltungsideen" entgegenzustellen bleibt eine Aufgabe, die auch 75 Jahre nach der Befreiung nicht erledigt ist.
 
Waldemar Grytz
(stellv. Landesvorsitzender Naturfreunde Württemberg und Mitglied der Friedich-Wolf-Gesellschaft)

Zur Petition:
https://www.change.org/p/8-mai-zum-feiertag-machen-was-75-jahre-nach-befreiung-vom-faschismus-getan-werden-muss-tagderbefreiung-bkagvat-bundesrat

Esther Bejarano & VVN-BdA e​.​V. hat diese Petition an Angela Merkel (Bundeskanzlerin)

Esther Bejarano & VVN-BdA e​.​V. startete diese Petition an Angela Merkel (Bundeskanzlerin).