Veranstaltungen

Lehnitzer Lesung und Gespräch
11.02. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Polemik, Interview, Kritik und Feuilleton -

als Autor fünf Jahrzehnte unterwegs in Sachen Kultur und Politik
Gespräch mit Hans-Dieter Schütt | Moderation: Paul Werner Wagner

Hans-Dieter Schütt, Jahrgang 1948, studierte an der Theaterhochschule Hans Otto Leipzig Dramaturgie und Theaterwissenschaft. Ab 1973 arbeitete er bei der Jugendtageszeitung der FDJ Junge Welt als Filmkritiker, Kulturredakteur, stellvertretender Chefredakteur und von 1984 bis 1989 als Chefredakteur. Seit 1992 war er Redakteur bei der Tageszeitung Neues Deutschland, von 2007 bis 2013 als Feuilletonchef. Hans-Dieter Schütt hat zahlreiche Interviews mit Persönlichkeiten aus Kultur und Politik geführt und als Buch herausgegeben, darunter Andreas Dresen, Dieter Mann, Inge Keller, Claus Peymann, Frank Castorf, Thomas Langhoff, Ekkehard Schall, Kurt Böwe, Ursula Karusseit, Alfred Hrdlicka, Gerhard Gundermann, Regine Hildebrandt, Günter Gaus, Hans Modrow, Gregor Gysi, Friedrich Schorlemmer, Moritz Mebel und Markus Wolf. Sein persönlichstes Buch erschien 2007 unter dem Titel Glücklich beschädigt. Republikflucht nach dem Ende der DDR. 

Foto: © Günther Wolfram: Hans-Dieter Schütt am 7.12.2016 im Kino Toni
Hans-Dieter Schütt am 7.12.2016  im Kino Toni
Lehnitzer Lesung und Gespräch
11.03. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Verdammt und entrechtet 

Stuttgart – Basel – Moskau ... 16 Jahre Gulag und Verbannung
Lesung und Gespräch mit Konrad Rayß | Moderation: Paul Werner Wagner

Lieselotte Strub-Rayss (1912 – 2008) hinterließ die aufregende Geschichte ihres Lebens, das zeitweilig auch eng mit dem von Friedrich und Else Wolf verbunden war. Liselotte wächst in einer bürgerlichen Familie in Stuttgart auf, besucht die Kunstgewerbeschule, engagiert sich in der linken Szene, arbeitet als Pionierleiterin, auch für Markus und Konrad Wolf, und wird die Geliebte von Friedrich Wolf.
1934 kommt in Zürich die gemeinsame Tochter Lena (heute in Moskau lebend) zur Welt. Über Prag flieht Lotte Rayß nach Moskau. Sie studiert Pädagogik in Engels (Wolgadeutsche Republik) und heiratet den Journalisten Lorenz Lochthofen.
1938 wird sie ein Opfer des Stalinschen Terrors. Es folgen 16 Jahre im Gulag.
Erst 1954 kann sie mit ihrem Sohn nach Deutschland, in die DDR zurückkehren.

Konrad Rayß hat die Lebenserinnerungen seiner Mutter in der Trafo-Verlagsgruppe herausgegeben. Er wurde 1946 im GULAG in Kastachstan geboren. In der DDR absolvierte er eine Lehre als Maschinenbauer und studierte Ökonomie in Sofia.
Bis 1989 war er im Außenhandel der DDR tätig.

Foto: Flyer
Lehnitzer Lesung und Gespräch
08.04. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Immer schön auf Augenhöhe

Lesung und Gespräch mit Gesine Lötzsch | Moderation: Paul Werner Wagner

Gesine Lötzsch ist die Berliner Powerfrau der Linkspartei. Seit 2002 sitzt sie im Bundestag und hat als Stellvertretende Fraktionsvorsitzende manche Schlacht geschlagen. Ob im Kampf gegen Schikanen bei der Raumvergabe oder bei der Erfüllung von Wahlkampfversprechen – Gesine Lötzsch hat sich ihren politischen Schneid bis heute erhalten. Für wen der Osten Deutschlands noch immer Ausland ist, wieso jede Zahl im Bundeshaushalt besser frisiert wird als sämtliche Finanzminister zusammen und warum gewisse Parteien über Fußfesseln für ihre Abgeordneten nachdenken sollten, darüber schreibt Lötzsch so heiter wie klug. Entstanden ist ein kurzweiliges Buch, das zum Lachen, Ärgern, aber vor allem zum Nachdenken über Politik in Deutschland anregt.

Foto: aus dem Cover zum Buch "Immer schön auf Augenhöhe" von Gesine Lötzsch
Gesine Lötzsch: Immer schön auf Augenhöhe. Verlag Eulenspiegel, 2017 ISBN-13: 978-3359017325
Foto: aus dem Cover zum Buch "Immer schön auf Augenhöhe" von Gesine Lötzsch
Lehnitzer Lesung und Gespräch
20.05. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80
Zum 120. Geburtstag von Else Wolf

Gefährtin eines Feuerkopfs

Lesung mit Heidemarie Wenzel
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Tatjana Trögel und Bodo Becker

Es war der jungen Remscheiderin Else Dreibholzaus bürgerlichem Hause nicht in die Wiege gesungen, dass sie Ihr Schicksal mit der Umtriebigkeit eines Dramatikers verbinden würde, der die Welt verändern will. Eine tiefe und fast bedingungslose Liebe verband sie mit Friedrich Wolf, der als Jude und Kommunist über Jahre des Kampfes, der Flucht und des Exils gleichzeitig Gefährte, Ehemann und Vater war, aber auch immer wieder lange fern – an Theatern, auf Reisen, interniert oder an der Front. Else Wolf, in der Familie Meni genannt, blieb auch im Moskauer Exil der Fels in der Brandung, war Ort der Heimkehr in der Fremde, zeigte Mut und half Verfolgten, sorgte sich um Freunde, auch um die Geliebten ihres Mannes und deren Kinder.
In Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen wird die berührende Geschichte einer Liebe in den Aufbrüchen, Kämpfen und Niederlagen des 20. Jahrhunderts erzählt.

1968 wird Else Wolf Ehrenbürgerin von Lehnitz.
Seit 50 Jahren ist der Titel Ausdruck ihres Engagements für Bildung und Kultur in der Gemeinde, des Respektes vor einem würdevollen Leben.

Historiker und Ortschronist Bodo Becker kennt als Lehnitzer die Geschichte der Bewohner der Waldsiedlung in Lehnitz, zu denen auch die Wolfs und einige der bekannten Intellektuellen gehörten, mit denen sie Kontakte und Freundschaften pflegten. Tatjana Trögel kann aus dem Erleben ihrer Großeltern erzählen und ist mit Geschichten und Erinnerungen um Meni vertraut, die sie noch mit ihrer ersten Urenkelin bekanntmachen konnte.

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Else und Friedrich Wolf zur Premiere von „Cyankali“ 1929 in Berlin
Else und Friedrich Wolf zur Premiere von „Cyankali“ 1929 in Berlin