Veranstaltungen

Lehnitzer Lesung und Gespräch
13.10. Samstag | 14:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Dr. Thomas Flierl

Der Architekt, die Macht und die Baukunst – Hermann Henselmann in seiner Berliner Zeit 1949–1995
Moderation: Paul Werner Wagner

In der Architektur- und Städtebaupolitik der DDR trat Hermann Henselmann (1905–1995) als ein zentraler Akteur auf. Sein Hochhaus an der Weberwiese, die Bauten am Strausberger Platz und am Frankfurter Tor in Berlin stehen für die erste Periode, das Haus des Lehrers mit der Kongresshalle und seine Ideen für einen „Turm der Signale“, den späteren Fernsehturm, für die zweite Periode.

Dr. Thomas Flierl geboren 1957 in Berlin. Studium der Philosophie und Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1985 Promotion. Von 2002 bis 2006 war er Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Berlin. Seither ist Flierl freiberuflich tätig als Bauhistoriker und Publizist. Er ist Vorstandsvorsitzender der Max-Lingner-Stiftung und der Hermann-Henselmann-Stiftung.

Foto: Wikipedia, Gryffindor | https://de.wikipedia.org/wiki/Hochhaus_an_der_Weberwiese#/media/File:Weberwiese_Berlin_April_2006_141.jpg, abgerufen am 08.08.2016
Hochhaus an der Weberwiese, Berlin (1951–52 erbaut)
Lehnitzer Lesung und Gespräch
18.11. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Der Filmautor Friedrich Wolf im sowjetischen Exil

Vortrag mit Filmausschnitten von Christoph Hesse
Moderation: Paul Werner Wagner

Wenn man von einer Anti-Hitler-Koalition auch in der Filmgeschichte sprechen darf, dann ist Moskau ihre erste Station. Anders als in Hollywood, Paris oder London entstanden dort schon seit den frühen 1930er Jahren antifaschistische Filme, wie sie im Westen noch bis zum Beginn des Krieges aus diplomatischen und kommerziellen Rücksichten untersagt wurden. Von ihren vielen ambitionierten Vorhaben konnten die Emigranten in der Sowjetunion jedoch nur wenige verwirklichen, darunter Professor Mamlock(1938), der als der weltweit erste Spielfilm vom Schicksal eines Juden in Deutschland handelt, auch international Aufsehen erregte. Das Drehbuch zu diesem Film schrieb Friedrich Wolf. Die Adaption seines erfolgreichsten Stücks, das der österreichische Regisseur Herbert Rappaport in enger Zusammenarbeit mit dem Autor inszenierte, blieb auch Wolfs größter Erfolg in der sowjetischen Filmproduktion. Die meisten Pläne, die er dort entwarf, konnte er nie realisieren. Der Vortrag soll, konzentriert auf die Arbeit Friedrich Wolfs, einen Einblick in das weithin im Dunkeln liegende deutsche Filmexil in der Sowjetunion geben.

Dr. Christoph Hesse, Film- und Literaturwissenschaftler, arbeitet am Institut für Publizistik- und Kommunikations­wissenschaft der Freien Universität Berlin, aktuell an der Edition des Briefwechsels zwischen Hermann Borchardt und George Grosz. 2017 veröffentlichte er die Studie Filmexil Sowjetunion. Deutsche Emigranten in der sowjetischen Filmproduktion der 1930er und 1940er Jahre (München: edition text+kritik).

Foto: © Peter Ruben Privatarchiv
Christoph Hesse bei seinem Vortrag zum 125. Geburtstag von Friedrich Wolf