Veranstaltungen

ND im CLUB
05.09. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Kartenvorbestellungen: (030) 29 79 11 11

Friedrich Dieckmann  

Weltverwunderung – Nachdenken über Hauptwörter
Moderation: Paul Werner Wagner

Weltverwunderung beschreibt den Grundgestus von Dieckmanns Betrachtungen, die Freiheit und Heimat, das Gute und den Rausch, den Körper und das Lachen und viele andere Hauptwörter ins Visier nehmen und auf ihren Denkwegen Anhalt bei denen finden, die im Staunen und Ergründen vorangingen, wie Goethe, Kant, Hegel, Schiller, Schopenhauer, Nietzsche, Bloch oder Brecht. Entstanden ist ein philosophisches Brevier in meisterlicher, poetischer Sprache, das Wege zu eigenem Nachdenken bereitet, indem es vorträgt, was andere zu sagen wussten.

Friedrich Dieckmann, Jahrgang 1937, wuchs in Dresden auf, übersiedelte 1951 mit seinen Eltern nach Birkenwerder und besuchte die Oberschule in Oranienburg. Dieckmann studierte in Leipzig Germanistik, Philosophie und Physik. Seit 1963 ist er freischaffend als Kritiker und Essayist tätig.

Foto: ©gezett
Portrait von Friedrich Dieckmann
Lehnitzer Lesung und Gespräch
16.09. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Walter Kaufmann

Die meine Wege kreuzten – Begegnungen aus neun Jahrzehnten
Moderation: Paul Werner Wagner

Walter Kaufmann stellt kaleidoskopartig Menschen vor, die einen seiner vielen Wege um den halben Erdball kreuzten. Es sind siebzig Episoden, in denen Walter Kaufmann wie durch ein Brennglas auf Personen blickt, die ihn geprägt oder beeindruckt haben – Porträts in dichter, empathischer Sprache, die ihn als Meister der Short Story ausweisen.

Walter Kaufmann, Jahrgang 1924, flüchtete als 15-Jähriger vor den Nazis nach England und wurde 1940 nach Australien deportiert. Dort wurde er Soldat, dann Schriftsteller und Seemann, später auch Journalist. 1957 siedelte er in die DDR über und bereiste weiterhin die Welt. Davon inspiriert, entstanden zahlreiche Romane, Reportagen und Kurzgeschichten.

Foto: ©Rebekka Kaufmann
Portrait von Walter Kaufmann
Russischer Filmabend
10.10. Mittwoch | 18:00

Russisches Haus
der Wissenschaft
und Kultur Berlin
Friedrichstraße 176-179
10117 Berlin
(030) 20 30 22 52
info@russisches-haus.de

(UdSSR 1934)

Tschapajew

Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

In Russland tobt der Bürgerkrieg. Die 25. Kavalleriedivision kämpft an der Mittleren Wolga und im Ural gegen die Weißgardisten. Die Kämpfer der Division haben vor kurzem einen neuen Kommandeur gewählt – Tschapajew. Der Ruhm seiner Kampferfolge eilt ihm voraus. Wenn die Kosaken und Weißgardisten hören, dass sie von Tschapajew verfolgt werden, geraten sie in Panik. Schließlich hat Tschapajew noch kein einziges Gefecht verloren.

„Der Film gehört zu den klassischen Werken der sowjetischen Filmkunst, war einer der größten Erfolge der sowjetischen Filmgeschichte und ist zugleich selbst ein historisches Zeitdokument. Ausgehend von einer betont volkstümlichen Handlung, erfährt die Fabel durch präzise Charakterzeichnungen und die hervorragende Fotografie eine ausgesprochen suggestive Wirkung.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Regie: Sergei und Georgi Wassiljew, Drehbuch: Anna Furmanowa, Georgi Wassiljew,
Sergei Wassiljew,  Kamera: Alexander Xenofontow, Alexander Sigajew
Musik: Gawriil Popow, Darsteller: Boris Babotschkin, Leonid Kmit, Boris Blinow, Georgi Schschonow, Warwara Mjasnikowa, Illarion Pewzow

Cover des Filmes Tshapajew
Lehnitzer Lesung und Gespräch
13.10. Samstag | 14:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Dr. Thomas Flierl

Der Architekt, die Macht und die Baukunst – Hermann Henselmann in seiner Berliner Zeit 1949–1995
Moderation: Paul Werner Wagner

In der Architektur- und Städtebaupolitik der DDR trat Hermann Henselmann (1905–1995) als ein zentraler Akteur auf. Sein Hochhaus an der Weberwiese, die Bauten am Strausberger Platz und am Frankfurter Tor in Berlin stehen für die erste Periode, das Haus des Lehrers mit der Kongresshalle und seine Ideen für einen „Turm der Signale“, den späteren Fernsehturm, für die zweite Periode.

Dr. Thomas Flierl geboren 1957 in Berlin. Studium der Philosophie und Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1985 Promotion. Von 2002 bis 2006 war er Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Berlin. Seither ist Flierl freiberuflich tätig als Bauhistoriker und Publizist. Er ist Vorstandsvorsitzender der Max-Lingner-Stiftung und der Hermann-Henselmann-Stiftung.

Foto: Wikipedia, Gryffindor | https://de.wikipedia.org/wiki/Hochhaus_an_der_Weberwiese#/media/File:Weberwiese_Berlin_April_2006_141.jpg, abgerufen am 08.08.2016
Hochhaus an der Weberwiese, Berlin (1951–52 erbaut)
Mitgliederversammlung
13.10. Samstag | 11:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Mitgliederversammlung

der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

In diesem Jahr sind der 120. Geburtstag von Else Wolf und der 130. Geburtstag von Friedrich Wolf auch ein Anlass für Bilanz und Ausblick der Arbeit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Die gut besuchten Veranstaltungsreihen in Lehnitz und Berlin sind Anspruch und Herausforderung für alle Mitglieder. Kooperation mit Schulen, die Einbeziehung der Lebensorte Wolfs in ganz Deutschland und die Stationen seines Exils bieten noch viel Stoff für die Auseinandersetzung mit der Biografie, dem Werk und den vielen ungehobenen Schätzen an Briefen und Zeugnissen von Zeitzeugen.

Die Gedenkstätte als Herzstück und Heimat der Gesellschaft erfährt immer stärkeren Zuspruch und bedarf intensiver Überlegungen für die personelle und materiellen Möglichkeiten, gerade hier mit den Biografien der Familie Wolf die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verbinden. So lange geschichtsvergessenes rechtes Gedankengut gedeiht, Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Entsolidarisierung gesellschaftsfähig werden, bleibt genug zu tun.

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Ansicht der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Filmabend
17.10. Mittwoch | 17:00

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin
Kartenvorbestellung:
030 200 57 2000

 

Konrad Wolf – Neu Gesehen

Premiere der DVD-Box mit allen 14 Spielfilmen des Regisseurs Konrad Wolf, einer Filmvorführung sowie Zeitzeugen- und Werkstattgespräch
Eine Veranstaltung der Akademie der Künste und der DEFA-Stiftung in Kooperation mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Konrad Wolf, Regisseur von Filmen wie Ich war neunzehn oder Solo Sonny, gilt als einer der wichtigsten deutschen Filmemacher. Zwei Neuerscheinungen, eine DVD-Box mit allen seinen Spielfilmen und ein geplantes Buch über diese Filme, sind Anlass, seinen selten aufgeführten Film Genesung aus dem Jahr 1956  zu zeigen.
 
17:00 Uhr    Genesung  (DEFA 1956, s/w, 106 min)
Regie: Konrad Wolf, Drehbuch: Karl Georg Egel, Paul Wiens, Kamera: Werner Bergmann, Musik: Joachim Werzlau Darsteller: Wolfgang Kieling, Karla Runkehl, Wolfgang Langhoff, Wilhelm Koch-Hooge, Eduard von Winterstein, Erika Dunkelmann, Angela Brunner, Harry Hindemith

19:30 Uhr    Das Filmerbe von Konrad Wolf
Dr. Ralf Schenk, Prof. Dr. Chris Wahl, Wolfgang Kohlhaase und Iris Gusner (angefragt) | Moderation: Conny Klauß  

20:30 Uhr    Gespräch zum Buchprojekt über Konrad Wolf
Gespräch mit Dr. Antje Vollmer und Hans-Eckardt Wenzel | Moderation: Paul Werner Wagner

Eintritt: 6 € | 4 € ermäßigt

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Konrad Wolf
Portrait von Konrad Wolf
07.11. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Kartenvorbestellungen: (030) 29 79 11 11

Dr. Antje Vollmer und Hans-Eckard Wenzel

Eines Vaters Sohn – der Filmemacher Konrad Wolf
Werkstattgespräch zur Arbeit an einem Buch über Konrad Wolf | Moderation: Paul Werner Wagner

Antje Vollmer und Hans-Eckardt Wenzel beschäftigen sich seit über einem Jahr mit den Filmen, der Biografie und den politischen Umständen dieses großen, zu Unrecht fast vergessenen Regisseurs. Seine Verwurzelungen in den tiefen Schichten der Epochenumbrüche, seine moralische Integrität und die Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung des Künstlers in Krisenzeiten bestimmen den Blick dieses Essays. Ein Ost-West-Dialog über Alternativen und Denkanstöße, über ein Jahrhundert, das bis heute bestimmend die Gegenwart überlagert.

Foto: ©Markus Nowak und Privatarchiv Friedrich-Wolf-Gesellschaft
Antje Vollmer und Hans-Eckard Wenzel
Lehnitzer Lesung und Gespräch
18.11. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Der Filmautor Friedrich Wolf im sowjetischen Exil

Vortrag mit Filmausschnitten von Christoph Hesse
Moderation: Paul Werner Wagner

Wenn man von einer Anti-Hitler-Koalition auch in der Filmgeschichte sprechen darf, dann ist Moskau ihre erste Station. Anders als in Hollywood, Paris oder London entstanden dort schon seit den frühen 1930er Jahren antifaschistische Filme, wie sie im Westen noch bis zum Beginn des Krieges aus diplomatischen und kommerziellen Rücksichten untersagt wurden. Von ihren vielen ambitionierten Vorhaben konnten die Emigranten in der Sowjetunion jedoch nur wenige verwirklichen, darunter Professor Mamlock(1938), der als der weltweit erste Spielfilm vom Schicksal eines Juden in Deutschland handelt, auch international Aufsehen erregte. Das Drehbuch zu diesem Film schrieb Friedrich Wolf. Die Adaption seines erfolgreichsten Stücks, das der österreichische Regisseur Herbert Rappaport in enger Zusammenarbeit mit dem Autor inszenierte, blieb auch Wolfs größter Erfolg in der sowjetischen Filmproduktion. Die meisten Pläne, die er dort entwarf, konnte er nie realisieren. Der Vortrag soll, konzentriert auf die Arbeit Friedrich Wolfs, einen Einblick in das weithin im Dunkeln liegende deutsche Filmexil in der Sowjetunion geben.

Dr. Christoph Hesse, Film- und Literaturwissenschaftler, arbeitet am Institut für Publizistik- und Kommunikations­wissenschaft der Freien Universität Berlin, aktuell an der Edition des Briefwechsels zwischen Hermann Borchardt und George Grosz. 2017 veröffentlichte er die Studie Filmexil Sowjetunion. Deutsche Emigranten in der sowjetischen Filmproduktion der 1930er und 1940er Jahre (München: edition text+kritik).

Foto: © Peter Ruben Privatarchiv
Christoph Hesse bei seinem Vortrag zum 125. Geburtstag von Friedrich Wolf
Russischer Filmabend
03.12. Montag | 18:30

Russisches Haus
der Wissenschaft
und Kultur Berlin
Friedrichstraße 176-179
10117 Berlin
(030) 20 30 22 52
info@russisches-haus.de

UdSSR 1938

Professor Mamlock

Russischer Filmabend zum 130. Geburtstag von Friedrich Wolf
Gespräch mit Dr. Christoph Hesse | Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

Professor Mamlock ist ein der Prototyp des assimilierten deutschen Juden und Weltkriegs­teilnehmer. Als Chirurg und Klinikchef genießt er hohes Ansehen und wird von seinen Mitarbeitern sehr geschätzt. Wie so viele Deutsche hält er sich auf eine unpolitische Weise für liberal und lehnt die Kommunisten aus Widerwillen und Angst ab. Das führt zu Konfrontationen mit seinem Sohn Rolf, der sich den Kommunisten angeschlossen hat. Als die Nazis an die Macht kommen, bricht die scheinbar heile Welt des Juden Mamlock zusammen.

Die Adaption von Friedrich Wolfs Drama war die erste große Regie-Aufgabe von Herbert Rappaport (1908-1983) im sowjetischen Exil. Professor Mamlock war der einzige antifaschistische Film im SU-Kino jener Epoche, der international gefeiert wurde und filmhistorisch Bestand haben sollte, auch deshalb, weil er sich als Reflexion über totalitäre Systeme im Allgemeinen sehen lässt.

Regie: Herbert Rappaport, Adolf Minkin, Drehbuch: Friedrich Wolf, Adolf Minkin
Kamera: Georgi Filatow, Musik: Juri Kochurow, Nikolai Timofejew, Darsteller: Semjon Meschinski, Tatjana Guretzkaja, Pjotr Kirillow, Oleg Schakow, Wladimir Tschesnokow

Plakat Professor Mamlock