Veranstaltungen

Veranstaltungen der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Unsere Veranstaltungen und Lesungen finden in den Monaten Mai bis September bei schönem Wetter im wunderschönen Garten des Hauses Alter Kiefernweg 5 in Lehnitz statt, ansonsten in der  Bibliothek des Wohnhauses von Else und Friedrich Wolf.

Wichtiger Hinweis: Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Voranmeldung zu unseren Veranstaltungen.

Bitte melden Sie sich unter der folgenden E-Mail-Adresse an:
kontakt@friedrichwolf.de

 Bitte geben Sie dabei den Namen der Veranstaltung und die Anzahl der Personen an.

Lehnitzer Lesung und Gespräch
15.03. Sonntag | 15:00
Literaturhaus Friedrich Wolf
Alter Kiefernweg 5
Oranienburg (OT Lehnitz)
03301-524480
Lesung aus dem neuen Roman:

Schwebende Lasten

Annett Gröschner

Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.

Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen "Moskauer Eis" (2000) und "Walpurgistag" (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat" (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Oranienburg im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwochen.

 

Lehnitzer Gespräch
Vortrag
19.04. Sonntag | 15:00
Literaturhaus Friedrich Wolf
Alter Kiefernweg 5
Oranienburg (OT Lehnitz)
03301-524480

Der neue postliberale Kapitalismus und wie er die Welt und Deutschland im Innern verändert

Vortrag und Diskussion
Ingar Solty

Wir erleben heute einen weltgeschichtlichen Umbruch. 500 Jahre europäischer und nordatlantischer Dominanz der Welt enden, und ein nachwestliches Zeitalter ist eingetreten. Das Zentrum der Weltwirtschaft hat sich von Norden und Westen nach Süden und Osten verschoben. China gelingt, woran die Sowjetunion am Ende historisch scheiterte. Verbunden mit dem Aufstieg Chinas ist auch der des globalen Südens. Eine multipolare Welt ist geboren und irreversibel. Zugleich schließt dies Versuche, diesen Prozess aufzuhalten, nicht aus. Entstanden ist damit eine Welt voller Risiken, die Züge der Zeit vor 1914 aufweist. Die Frage ist, wie diese Risiken minimiert werden mögen. Eine neue Blockkonfrontation droht die Chancen einer sozial gerechten, demokratisierten, friedlichen Welt dauerhaft zu untergraben. Die Welt steht am Scheideweg, ein ökonomisch kriselndes und zunehmend isoliertes Europa vor großen Entscheidungen und Herausforderungen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit diesen Fragen und beschreibt die Auswirkungen der neuen Welt(wirtschafts)ordnung auf Deutschland und seine Gesellschaftsstruktur. Er befragt die deutsche und europäische Aufrüstungspolitik nach ihren ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen und schlägt Wege für einen alternativen Weg aus Deutschlands und Europas tiefer Krise vor, die im Einklang mit der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratie, dem Frieden und der Ökologie stehen.

Ingar Solty ist Referent für Zeitdiagnose bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Autor zahlreicher Bücher wie „Die USA unter Obama“ (2013), „Trumps Triumph?“ (2025), „Innere Zeitenwende“ (2026, i.E.) und der 36-bändigen „Edition Marxismen“ (2025-2027).

 

© Archiv Familie Wolf
Andere
Musikalische Lesung
23.05. Samstag | 17:00
Garten und Bühne des Literaturhauses Friedrich Wolf
Alter Kiefernweg 5
16565
03301524480
Ein Nachmittag der besonderen Art

Oper. Mord und Totschlag

Klaus Lederer & die Staatsstreicher

Da erörtert zunächst einmal ein juristisch promovierter Kulturpolitiker, ob man Opern mit ihren gewaltverherrlichenden, sexistischen und anstößigen Inhalten überhaupt noch aufführen darf – angesichts von Umbenennungsdebatten eine brandaktuelle Frage! Grundlage ist das Traktat eines gewissen Herrn von Pidde, dem es „um nichts Geringeres als um die schonungslose Entlarvung der Musikdramen insbesondere Richard Wagners als Abfolge orchestral aufgeputzter Straftatbestände“ geht. Der fachlich versierte Autor kommt in seiner scharfsichtigen juristischen Analyse zum Schluss, dass angesichts solcher Unmoral „die Oper eine aussterbende Gattung“ sei.

Und da sind die „Staatstreicher“. Ihrer musikalischen Heimat, der Berliner Lindenoper, bescherte die Wagner-Pflege der letzten anderthalb Jahrhunderte den Beinamen „Winter-Bayreuth“; 2002 beispielsweise führte Barenboims Staatskapelle in nur 14 Tagen alle 10 Wagner-Opern auf. Die Gegenreaktion auf diese Übersättigung ließ freilich nicht lange auf sich warten: Ein Ensemble wurde gegründet, das sich sowohl der radikal inhaltlich-thematischen wie musikalisch-parodistischen Neubewertung der Werke – (nicht nur) Wagners – widmete. Vorwiegend mit, zwischen Bayreuth und Berlin entstandenen, Arrangements für Bratschen(!)-Quartett. Da besingt der fliegende Holländer kurzerhand die Matrosenliebe, der große Rosenkavalier mutiert zum kleinen Kaktus, die Nibelungen machen eine Wachtparade und Siegfried bekommt seinen Zauberdrachen.

Auf unterhaltungsmusikalische Abwege geratene Opernkurzfassungen also, die im Programm „Comedian Violists in Sachen Wagner“ mit den augenzwinkernden juristischen Erörterungen der Straftatbestände der Ring-Charaktere kombiniert werden. Von Ehebruch, Verschleppung, Blutschande, Tierquälerei und Brandstiftung bis hin zu Mord und Totschlag leisten sich hier Götter, Menschen, Zwerge und Riesen Rechtsbrüche in „einem Maße, das die trübsten Befürchtungen weit übersteigt“. 

Termin:  Samstag, 23. Mai 2026, 17 Uhr

Ort: Bühne im Garten des Literaturhauses Friedrich Wolf in Lehnitz

Alter Kiefernweg 5 in Lehnitz, 16515 Oranienburg

Einlass ab 16:30 Uhr               Eintritt  20 € (Tickets direkt vor Ort an der Kasse)

Wir bitten um Voranmeldung per Mail an  kontakt@friedrichwolf.de 

© B. Gluecksmann
Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft 2026
13.06. Samstag | 15:00
Garten und Bühne des Literaturhauses Friedrich Wolf
Alter Kiefernweg 5
16565
03301524480
Der Höhepunkt des Jahres:

Das Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Lesung, Diskussion und Musik
Martin Sonneborn / Tobias Morgenstern (Trio)

Martin Sonneborn: "Krawall und Satire"

Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als „Krawallsatiriker mit Profilneurose“, für „Heimatkunde“ lobte ihn der Berliner Kurier: „Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!“
Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-„Heute Show“ trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung.

Ein Nachmittag mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift.

Martin Sonneborn, Mitherausgeber von Titanic, geboren 1965 in Göttingen. Studium der Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaften in Münster, Wien und Berlin; Magisterarbeit über die absolute Wirkungslosigkeit moderner Satire. Hält es für witzig, trotz seinerzeit schlüssiger wissenschaftlicher Argumentation heute im EU-Parlament zu sitzen.

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Trio Tobias Morgenstern: „Vom Tango zum Jazz und zurück“ 

Der hölzerne Corpus des Kontrabasses schwingt und Geräusche dringen aus seinem Inneren ... atmosphärische Klänge ... schließlich die ersten Töne von Akkordeon und Gitarre. Nach und nach fügt sich ein komplexes Klangmuster zusammen, man hört Phrasen aus Tango und Jazz, Melodien von Songs und Standards, Samba und Swing.

​Die Künstler spielen mit Leidenschaft und Perfektion traditionelle und neue Tangos, Stücke aus dem Repertoire von L'art de passage und eigene Kompositionen.

Tobias Morgenstern (Akkordeon - das Instrument des Jahres 2026) ist einer der besten und gefragtesten Musiker unseres Landes. Begleitet wird er von Wolfgang Musick (Kontrabass) und Eugenio Soares (Gitarre). 

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Wie jedes Jahr werden natürlich auch Getränke und etwas zu essen im Angebot sein.

Der Eintritt beträgt 25 Euro. Tickets an der Kasse am Einlass (Bar- und Kartenzahlung möglich)

Wir erwarten Sie ab 14 Uhr. Bringen Sie gutes Wetter und beste Laune mit.

Anmeldung an: kontakt@friedrichwolf.de