Veranstaltungen

RLS-Lounge im nd-Gebäude
20.02. Donnerstag | 18:00

Salon der
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Georg Benjamin

–  ein bürgerlicher Revolutionär im Roten Wedding
Gespräch mit Prof. Dr. Bernd-Peter Lang | Moderation: Paul Werner Wagner

Der Berliner Arzt und antifaschistische Widerstandskämpfer Georg Benjamin (1895-1942) stand lange im Schatten seines Bruders Walter Benjamin und seiner Frau Hilde Benjamin. Der Sohn einer wohlhabenden jüdischen bürgerlichen Familie aus dem Berliner Westen wandte sich nach dem Ersten Weltkrieg der Arbeiterbewegung zu. Noch während seines Medizinstudiums ließ er sich im Berliner Arbeiterbezirk Wedding nieder und wirkte dort als Sozialmediziner und Stadtschularzt sowie als Bezirkspolitiker für die KPD. Schach spielte in der Familie Benjamin eine wichtige Rolle. Am Schachbrett maßen die Brüder Walter und Georg immer wieder ihre Kräfte und schärften dabei ihren Verstand. Georg Benjamins Widerstand gegen die Nationalsozialisten führte zu langer Inhaftierung; 1942 wurde er im KZ Mauthausen ermordet.
Bernd-Peter Lange studierte Anglistik, Literaturwissenschaften und Germanistik in Berlin, Hamburg und London. Er lehrte als Professor an der TU Braunschweig und der Universität Oldenburg. Ab 1993 war er Ordinarius für anglistische Literaturwissenschaft, Direktor des Instituts für fremdsprachliche Philologien und Dekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit freundlicher Unterstützung der Emanuel Lasker Gesellschaft und der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

Buchcover: Georg Benjamin
Lehnitzer Lesung und Gespräch
08.03. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Regina Beyer und Volkmar Kleinert

Ein Schauspieler spielt selten allein
Moderation: Paul Werner Wagner

Markanter Schädel, liniendurchfurchtes Gesicht, „ein bisschen Mephisto“ – so muss ein Film-Bösewicht aussehen. Den hat Volkmar Kleinert oft gegeben. Das ganze Gegenteil: Regina Beyer, die sanfte Schöne mit den großen Augen, in denen man versinken kann, da greifen Regisseure zu. Die beiden Schauspieler lernten sich bei gemeinsamen Dreharbeiten kennen und sind seit langem ein Paar. In ihrem gemeinsamen Buch schauen sie zurück auf ihr Leben für den Film, das Theater und füreinander. Und können wunderbare Schnurren und Anekdoten erzählen.

Regina Beyer, 1947 in Berlin geboren, wurde schon in jungen Jahren als Fotomodell entdeckt, woraufhin die DEFA auf sie aufmerksam wurde. Nach ihrem Schauspielstudium bekam sie in der Komödie Hauptmann Florian von der Mühle die weibliche Hauptrolle neben Manfred Krug und wurde schlagartig bekannt. Es folgten Spielfilme und über hundert Fernsehproduktionen, unter anderem »Barfuß ins Bett«, Polizeirufe, die ARD-Serie Liebling Kreuzberg.

Volkmar Kleinert, 1938 in Dresden geboren, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Theaterhochschule Leipzig, gab sein Filmdebüt in Slatan Dudows »Verwirrung der Liebe« und kam 1964 ans Deutsche Theater. Neben seinen Theaterrollen war Kleinert in zahlreichen DEFA- und DFF-Filmen sowie Serien zu sehen und spielte in neueren Produktionen wie »Boxhagener Platz« sowie zahlreichen Krimi-Serien mit.

Buchcover: Beyer-Kleinert
nd im Club
18.03. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Prof. Dr. Karl Schlögel

–  Das russische Berlin
Moderation: Paul Werner Wagner

Fast eine halbe Million russischer Flüchtlinge nahm Berlin Anfang der 1920er Jahre auf. Die Stadt war in der Zwischenkriegszeit nicht nur die „Stiefmutter der russischen Städte“, sondern auch heimliches Zentrum der Weltrevolution. Karl Schlögel spürt die große Geschichte in der kleinen auf. Die Welt der Bahnhöfe und die der Salons im Tiergartenviertel, die Dichter des Silbernen Zeitalters und die Agitkünstler der Sowjetmacht, der Empfang in der sowjetischen Botschaft und Nabokovs Beobachtungen zum Aufstieg der Nazis, die Stadtwahrnehmung der Taxifahrer und der Skandal um die „Zarentochter Anastasia“. Ebenso betrachtet er die heutige Situation, denn seit der Entfremdung zwischen Russland und der EU ist auch das hochvernetzte „Russkij Berlin” der Gegenwart politisch gespalten.
                
Karl Schlögel, geboren 1948, hat an der FU Berlin, in Moskau und Leningrad Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Schlögel ist Autor und Herausgeber u. a. der Bücher: Moskau lesen. Die Stadt als Buch; Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr der Städte; Der Große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917-1941;
GO EAST oder die zweite Entdeckung des Ostens.

Buchcover: Das russiche Berlin
Lehnitzer Lesung und Gespräch
19.04. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Marion Brasch

– Lieber woanders
Moderation: Paul Werner Wagner

Toni und Alex kennen sich nicht und sind doch auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden. Toni leidet unter dem Verlust ihres kleinen Bruders, für dessen Tod sie sich verantwortlich macht. Alex führt ein Doppelleben und trägt an einer Schuld, über die er nie gesprochen hat. 24 Stunden bewegen sich die beiden aufeinander zu, bis sich ihre Wege trotz skurriler Begegnungen und komischer Zwischenfälle schließlich kreuzen. Die Geschichte erzählt vom Leben und Überleben in einem klaren, aufmüpfigen und warmen Ton und mit großem Gespür für die Augenblicke, die über Glück oder Unglück entscheiden.

Marion Brasch, geboren 1961 in Berlin, jüngste Tochter von Horst Brasch und Schwester von Thomas, Klaus und Peter Brasch, arbeitete nach dem Abitur als gelernte Schriftsetzerin in einer Druckerei, bei verschiedenen Verlagen und beim Komponistenverband der DDR. 1987 begann sie als Musikredakteurin beim Jugendsender DT64 und ist heute Radiomoderatorin bei radioeins (RBB).

Buchcover: Marion Brasch
nd im Club
22.04. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Christoph Dieckmann

Chronist deutscher Lebenswelten
Moderation: Paul Werner Wagner

Christoph Dieckmann schreibt seit 1990 als Redakteur und Autor für die Wochenzeitung DIE ZEIT. Dabei schaut er immer wieder „dem Volk aufs Maul“. Dem Globalisierungs-Wahn begegnet er mit einem Glücksverlangen: Heimat. Die Parolen der großen Politik erprobt er in den Provinzen, wo das Volk lebt, dem wir alle angehören. Dieckmann deutet Gegenwart als Herkunft aus Europas „Leitkulturen“ Nationalismus und Krieg.

Der Pastorensohn, Jahrgang 1956, wuchs in Dingelstedt und Sangerhausen auf, studierte am Theologischen Seminar Leipzig und Evangelischen Sprachenkonvikt Berlin. Er arbeitete als Vikar, Medienreferent und Publizist. Für seine journalistische und publizistische Arbeit erhielt er bedeutende Preise, wie Theodor-Wolff-Preis, Egon-Erwin-Kisch-Preis und Johann-Heinrich-Merck-Preis.

Buchcover: Christoph Dieckmann
nd-Filmclub special zum 75. Jahrestag der Befreiung
06.05. Mittwoch | 18:00
Kino Toni & Tonino
Antonplatz 1
13086 Berlin - Weißensee
(030) 92 79  12 00
DEFA 1977, fa, 103 min

Mama, ich lebe

Gespräch mit Peter Prager, Wolfgang Kohlhaase | Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

In einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager haben sich vier deutsche Soldaten dafür entschieden, mit der Roten Armee zusammenzuarbeiten. Ein baltisch-sowjetischer Major begleitet die nunmehr sowjetische Uniformen tragenden Deutschen an die Front. An der Front angekommen, entscheiden sich nur drei von ihnen für den bewaffneten Kampf gegen ihre Landsleute. Im entscheidenden Moment jedoch zögern sie, auf diese zu schießen, wodurch ihr sowjetischer Kamerad und Freund getötet wird. Der vierte von ihnen muss mit einer Rotarmistin deutsche Funksprüche abhören. Beide verlieben sich ineinander. Bei einer Kommandoaktion gegen die faschistische Wehrmacht kommen drei der Deutschen ums Leben. Überlebt hat nur derjenige, der von einem Mitgefangenen einen Zettel erhalten hatte mit dem  Satz „Mama, ich lebe“. Konrad Wolfs Film macht deutlich, wie schwierig es ist, sich für die richtige Seite zu entscheiden und das Richtige zu tun.

Regie: Konrad Wolf, Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf, Kamera: Werner Bergmann, Musik: Rainer Böhm, Darsteller: Peter Prager, Uwe Zerbe, Eberhard Kirchberg, Detlef Gieß, Donatas Banionis, Margarita Terechowa, Jewgeni Kindinow, Michail Wasskow, Iwan Lapikow, Norbert Christian, Jürgen Hentsch, Gerd Blahuschek, Martin Trettau

Foto: ©DEFA-Stiftung | Michael Göthe
Szenenfoto
Frühlingsfest
16.05. Samstag | 14:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Frühlingsfest bei Wolfs

Stargast: Dr. Peter-Michael Diestel

Wir sind noch da und wollen Sie unbedingt und gerne wieder zu unserem Fest im Garten von Else und Friedrich Wolf einladen. Es gibt wieder Kulinarisches von Horst Niebel und seinem Team vom Schweizer Haus, Kuchen vom Bäcker, Kaffee, Tee und Wein, und wir bemühen uns wie immer für gutes Wetter. Traditionell erwarten Sie eine swingende Musik zum Schnippen, Wippen und Tanzen und ein prominenter Gast im Gespräch.

14:00 Uhr     Eröffnung und Begrüßung
14:30 Uhr    Peter-Michael Diestel im Gespräch mit Paul Werner Wagner
15:30 Uhr     Musik mit dem HB Swing Quartett Berlin
Anschließend Führung und Zeit für Gespräche bei Wasser und Wein

HB Swing Quartett Berlin:  Hartmut Behrsing (Posaune, Leitung), Karlheinz Böhm (Flöte, Saxophon, Gesang), Dieter Janik (Klavier), Uwe Pechtold
Neben traditionellen Dixielandstandards und berühmten Evergreens der Swingmusik entwickelt die Band ihr eigenes, unverkennbar swingendes Konzept. So entsteht ein umfangreiches Repertoire, das vom Jam-Session-Titel bis zum ausgefeilten Arrangement reicht. Dabei rücken immer die virtuosen solistischen Fähigkeiten einzelner Musiker  ins Zentrum der Band.

Stargast: Dr. Peter-Michael Diestel
im Gespräch mit Paul Werner Wagner
 
Peter-Michael Diestel, geboren 1952, promovierter Anwalt, Mitbegründer der DSU, 1990 DDR-Innenminister und Vize-Premier. Er war Abgeordneter und Oppositionsführer im Brandenburger Landtag von 1990 bis 1992. Seit 1993 betreibt Diestel eine Anwaltskanzlei mit Hauptsitz in Zislow (Mecklenburg-Vorpommern). Sein kürzlich im Verlag Das Neue Berlin erschienenes Buch In der DDR war ich glücklich. Trotzdem kämpfe ich für die Einheit stand wochenlang auf den Bestsellerlisten.

Der Verlag schrieb zum Erscheinen seines letzten Buches 2019:
Das Buch war von ihm als ernüchternder Beitrag zu den bevorstehenden Jubiläen geplant. Aber eigentlich liefert es eine originelle Antwort auf die Frage: Warum sind die Ossis so anders als der Rest der Welt? Hat es vielleicht doch etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun? Mit der tatsächlichen und wahren und nicht der erfundenen, von der täglich zu lesen, zu hören und zu sehen ist, wie sie gewesen sein soll. Diestel war und ist immer für eine Überraschung gut; und unterhaltsam obendrein …

Foto: ©Privatarchiv HB Swing Quartett Berlin
HB Swing Quartett Berlin
nd im Club
20.05. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Dr. Rainer Karlsch

„Blühende Landschaften?“  –  Die umstrittene Geschichte der Treuhandanstalt
Moderation: Paul Werner Wagner

Die Treuhandanstalt privatisierte in nur dreieinhalb Jahren eine gesamte Volkswirtschaft. Die Ergebnisse ihrer Tätigkeit sind bis heute hochumstritten. Erst seit Kurzem sind die Akten der Treuhandanstalt für die Forschung frei zugänglich. Was sind das überhaupt für Unterlagen? Welche neuen Erkenntnisse lassen sich daraus gewinnen? Rückblicke auf das Kanzlerversprechen zum Erhalt des mitteldeutschen Chemiedreiecks und auf die Privatisierungsgeschichte von VEB Berlin Kosmetik und VEB Elektrokohle Lichtenberg.

Rainer Karlsch, Jahrgang 1957, studierte Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 1986 zum Dr. oec. promoviert. Anschließend war Karlsch Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, der Historischen Kommission Berlin und der Freien Universität Berlin. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.

 

Foto: ©Privatarchiv Rainer Karlsch
Portrait Rainer Karlsch
Lehnitzer Lesung und Gespräch
07.06. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Jens Bisky

Berlin - Biographie einer großen Stadt
Moderation: Paul Werner Wagner

Parvenü der Großstädte, Labor der Moderne, Symbol des zerrissenen 20. Jahrhunderts: In Berlin konzentriert sich nicht nur deutsche, sondern auch europäische Geschichte. Beides hat Jens Bisky im Blick, wenn er die Entwicklung der Stadt seit ihrem Aufstieg zur preußischen Residenz schildert. Berlin war äußerst wandlungsfähig und offen: für die verfolgten französischen Hugenotten und die Denker der Aufklärung unter Hohenzollernherrschaft; später als Metropole der Proletarier und Großindustriellen, der Künstler und Journalisten und als „Place to be“ der Goldenen Zwanziger. All das wird bei Bisky anschaulich erfahrbar, genauso aber auch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und die spannungsgeladene Atmosphäre nach 1945, als sich hier die großen Machtblöcke gegenüberstehen. Jens Bisky legt eine Gesamtdarstellung der Geschichte Berlins vor, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben hat, vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Gegenwart. Eine faszinierende Erzählung über Entstehung und Aufstieg, Fall und Neubeginn – und zugleich ein packendes Panorama deutscher wie europäischer Geschichte im Spiegel einer einzigartigen Metropole.

Jens Bisky, Jahrgang 1966, studierte Kulturwissenschaft und Germanistik in Berlin. Er schrieb für die Berliner Zeitung und ist seit 2001 Feuilletonredakteur der Süddeutsche Zeitung. Zudem ist er Autor mehrerer vielbeachteter Bücher, darunter  Geboren am 13. August (2004) und Unser König. Friedrich der Große und seine Zeit (2011). 2017 wurde er von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ausgezeichnet.

Buchcover Jens Bisky