
Lehnitzer Lesung und Gespräch
Erinnerungen an Tulpanow
Stalins Macher und Widersacher. Die Biografie
Sergej Tulpanow lenkte als oberster sowjetischer Kulturoffizier 1945 bis 1949 den geistig-moralischen Neuaufbau der Ostdeutschen.
Als 1945 die Russen kamen, wurden die Ostdeutschen entnazifiziert und umerzogen. Einer, der dafür verantwortlich war: Oberst Tulpanow. Sein Name geistert durch Memoiren und Geschichtsschreibung. Er gehörte zu den wichtigsten Nachkriegspolitikern in Deutschland und hat die Entwicklung bis 1990 maßgeblich beeinflusst. Die Öffentlichkeit sah in ihm nur einen russischen Kulturoffizier. Ein Irrtum. Der Sohn einer deutschen Jüdin war eine Schlüsselfigur in der sowjetischen Deutschlandpolitik. Von Stalin schon 1949 aus Berlin abberufen und in Leningrad in die Wissenschaft gesteckt, durfte er erst 1965 wieder die Sowjetunion verlassen und deutschen Boden betreten. Seine Wirkungen aber blieben. Zeitlebens bemühte er sich um ein vernünftiges Verhältnis zwischen Russen und Deutschen, er baute Brücken. Diese erste, umfassende Biografie Tulpanows (1901–1984) wirft ein Schlaglicht auf eine schwierige Zeit der deutschen Geschichte.
Inge Pardon, studierte und promovierte Historikerin, leitete das Zentrale SED-Archiv und sorgte für dessen geschlossene Überführung in die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv. Gemeinsam mit ihrem Mann Michael Pardon (1947–2023) – Absolvent der Leningrader Militärakademie für Nachrichtenwesen und habilitierter Fachmann für Mikroelektronik in der Rechentechnik, Datenverarbeitung und -übertragung sowie Experte für automatisierte Führungssysteme der DDR-Luftstreitkräfte – suchte sie jahrelang in deutschen und russischen Quellen. Beide sprachen mit Zeitzeugen und Angehörigen und rekonstruierten so die Biografie des Militärs und Wirtschaftswissenschaftlers Sergej Iwanowitsch Tulpanows (1901–1984).
Ins Friedrich-Wolf-Literaturhaus kommt Inge Pardon gemeinsam mit ihrem Verleger Frank Schumann von der edition Ost (Eulenspiegel Verlagsgruppe).
Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Veranstaltungsort
Friedrich-Wolf-Literaturhaus
Alter Kiefernweg 5
Lehnitz
16515 Oranienburg
Eintritt
10 Euro
Kontakt
anmeldung@friedrichwolf.de
Telefon: (03301) 524480
Anmeldung
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