Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Hinterher weiß man es immer besser. Weiß man das?
Gedenktage und Gedenkorte repräsentieren einen minimalen gesellschaftlichen Konsens über Geschichte und ihre Verwerfungen: meist Gedenken an den Beginn und das Ende von Katastrophen und Respekt und Trauer für die Opfer. Nie wieder?
Fragen nach Ursachen und Erkenntnissen von Krieg und Zerstörung, Vertreibung und Flucht, Unterdrückung und Aufbegehren, die Mühen der demokratischen Ebenen und die Sehnsucht nach Frieden bleiben unbequem, Antworten strittig.
Geschichte ist konkret
Friedrich Wolf und seine Angehörigen waren inmitten der Extreme zweier Weltkriege, gesellschaftlicher Aufbrüche und Niederlagen, zu denen das Aufkommen des Faschismus und das Einmünden nationalsozialistischer Ideologie in den 2. Weltkrieg gehören. Ihre Fragen und ihre Suche nach Antworten haben sie öffentlich gemacht. Wer will, kann an ihren Biografien und in ihrer Kunst die verarbeiteten Lebenserfahrungen ganz konkreter Menschen für sich prüfen. Es sind wichtige Bücher, Filme und Essays entstanden, die heute wieder erstaunlich aktuell sind.
Haus mit Erfahrungen
Else und Friedrich Wolf lebten seit 1948 in der Lehnitzer Waldsiedlung. Sie war für Wehrmachtsoffiziere von Häftlingen des KZ Sachsenhausen unter lebensbedrohlichen Bedingungen gebaut worden. Auch daran wird bei Führungen durch das Haus erinnert. Diese Rundgänge bieten Gelegenheit des intensiven Austauschs in der originalen Wohnumgebung mit den Büchern, Bildern und den erhaltenen Zeitzeugnissen. Für Veranstaltungen füllen sich Bibliothek und Esszimmer mit Stühlen, kann über durchlebte Geschichte und das, was wir wissen können, gesprochen werden.
Was wir wissen können
Wir erinnern an den Gedenktagen, nutzen aber die Zeit dazwischen, um bei den Wolfs zu schauen, was uns betreffen könnte, oder Menschen einzuladen, die vielleicht kluge Gedanken zu eigen Fragen mitbringen, warum wir alles wissen können und sich vieles zu wiederholen scheint. Als Gedenkstätte bleibt das Haus der Familie Wolf ein offenes Haus der gemeinsamen Aussprache. Im besten Fall mündet Gedenken in Denken.
Es ist zu einer schönen Tradition geworden, jährlich im Juni an Anne Franks Geburtstag zu denken. Von Besuchern werden Texte vorgetragen, die sie in ihnen wichtigen Büchern gefunden haben. Ein Auszug aus den Tagebüchern von Anne Frank ist immer dabei.
Anschrift
Alter Kiefernweg 5, Lehnitz
16515 Oranienburg
Öffnungszeiten
freitags von 12 bis 16 Uhr
für alle Besucher
Kurze Führungen sind im Vorfeld von Veranstaltungen mit Anmeldungen möglich.
Sonderführungen bieten wir nach Absprache für Gruppen auch an anderen Wochentagen an.
Eintritt Führungen:
5 Euro | ermäßigt 4 Euro
Gruppen: nach Vereinbarung
Kontakt
Telefon: (03301) 524480
E-Mail: anmeldung@friedrichwolf.de
Wir danken für die Förderung durch die Stadt Oranienburg.

Besuchen Sie uns!
Besuchen Sie uns auch im Friedrich-Wolf-Museum und erleben Sie hautnah das Leben und Schaffen der Wolfs.
Jeden Freitag zwischen 12 und 16 Uhr bieten wir eine Führung durch das Haus an.
Bitte melden Sie sich an.
Email: anmeldung@friedrichwolf.de
Gruppen: nach Vereinbarung








