Friedrich-Wolf-Museum

Das Friedrich-Wolf-Museum in Lehnitz

Nur wenige Kilometer nördlich von Berlin, im Oranienburger Ortsteil Lehnitz, befindet sich das Friedrich-Wolf-Museum – das ehemalige Wohnhaus des Schriftstellers, Arztes und Antifaschisten Friedrich Wolf (1888 bis 1953). Heute ist es ein öffentlich zugängliches Museum und zugleich ein lebendiger Ort des kulturellen Austauschs, der politischen Bildung und des Erinnerns.

Das Wohnhaus der Familie Wolf

Zurück aus dem Exil, kann Friedrich Wolf 1948 zu seinem 60. Geburtstag in eines der Klinkerhäuser der Waldsiedlung in Lehnitz einziehen. Er schreibt an Dramen, Drehbüchern, Erzählungen und Tiergeschichten und baut den Kulturbetrieb der DDR mit auf. 1949 wird Wolf der erste Botschafter der neu gegründete Republik in Polen. Kriege und Exil, herausfordernde Aktivitäten und das immer wieder unterbrochene Ringen um Literatur fordern ihren Tribut. Am 5. Oktober 1953 stirbt Friedrich Wolf in seinem Arbeitszimmer an Herzversagen. Else Wolf baut aus den über die Kriegswirren geretteten Dokumenten das Friedrich-Wolf-Archiv der Akademie der Künste auf. Heute stehen das Wohnhaus der Wolfs und der Garten Besuchern als Museum sowie als Ort kultureller Veranstaltungen und des Austauschs über Literatur, Geschichte und Gesellschaft offen.

Ein authentischer Ort der Literaturgeschichte

Das Haus in der denkmalgeschützten Waldsiedlung am Alten Kiefernweg 5 ist nahezu vollständig im Originalzustand erhalten. Besucherinnen und Besucher können auf einem geführten Rundgang das Arbeits- und Familienleben der Wolfs nacherleben. Die Innenarchitektur im Stil des Bauhauses, gestaltet von Ida Liefrink-Falkenberg, das Arzneischränkchen, die Schreibmaschine, Erinnerungen aus dem Exil in der Sowjetunion und zahlreiche persönliche Gegenstände erzählen von einem Leben zwischen Medizin, Literatur und politischem Engagement.

Geschichte und Verantwortung

Das Museum ist aus dem Verständnis der Geschichte und der Bewohner des Hauses gleichzeitig – als Teil einer historisch belasteten Siedlung, deren Häuser einst von Häftlingen des naheliegenden KZ Sachsenhausen für Offiziere der Luftwaffe errichtet wurde – eine Gedenkstätte. Nach Kriegsende wurden diese Häuser zeitweilig von ehemaligen KZ-Häftlingen zur Genesung genutzt. Friedrich Wolf zog 1948 in eines der Häuser, die von der sowjetischen Militäradministration an die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) übergeben wurden. 1949 wurde er zum ersten Botschafter der DDR in Polen ernannt und arbeitete nebenbei weiter an seinem Werk über Thomas Müntzer. Am Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer entstanden auch Filmdrehbücher, Hörspiele und die beliebten Märchen und Tiergeschichten. Wolf starb 1953 an den Folgen einer verschleppten Grippe.

Ein lebendiges Museum unter Trägerschaft der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Nach Friedrich Wolfs Tod richtete seine Frau Else gemeinsam mit der Akademie der Künste der DDR ein Archiv ein. Das Haus wurde testamentarisch dem „Volk der DDR“ übergeben. Heute ist es Eigentum der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, die das Gebäude erhält, wissenschaftlich betreut und kulturell mit Leben erfüllt – trotz finanzieller Herausforderungen durch den Denkmalschutz und den Eigenbetrieb.

Besucher willkommen – Literatur erleben

Ob bei Hausführungen, Lesungen, Zeitzeugengesprächen, Schulprojekten oder einem Glas Wein im Garten – das Museum bleibt, was es immer war: ein offenes Haus für Begegnung, Bildung und Erinnerung. Kinder erleben Figuren wie Bummi oder Pit Pikus, während Erwachsene Friedrich Wolf als Arzt und Schriftsteller begegnen.

Anschrift
Alter Kiefernweg 5, Lehnitz
16515 Oranienburg

Öffnungszeiten
freitags von 12 bis 16 Uhr
für alle Besucher

Kurze Führungen sind im Vorfeld von Veranstaltungen mit Anmeldungen möglich.
Sonderführungen bieten wir nach Absprache für Gruppen auch an anderen Wochentagen an.

Eintritt Führungen:
5 Euro | ermäßigt 4 Euro
Gruppen: nach Vereinbarung

Kontakt
Telefon: (03301) 524480
E-Mail: anmeldung@friedrichwolf.de

Anfahrt

Veranstaltungen

Wir danken für die Förderung durch die Stadt Oranienburg.

Logo der Stadt Oranienburg

Besuchen Sie das Friedrich-Wolf-Museum in Lehnitz und werden Sie Teil einer lebendigen Erinnerungskultur.

Das Wohnhaus der Wolfs

Das Haus von Else und Friedrich Wolf in Lehnitz ist weitgehend original erhalten und wird liebevoll gepflegt. In einem Ausstellungsraum in der unteren Etage zeigen wir wechselnde Themen und führen Sie gern durch das Wohnhaus der Familie Wolf. Die legendäre Schreibmaschine von Friedrich Wolf steht in seinem Arbeitszimmer, so, als ob er gerade erst ein Manuskript auf ihr getippt hätte. 

Das Klinkerhaus wurde in den 1940er Jahren gebaut und wurde 1948 von den Wolfs bezogen. Es steht in einem großen Garten, in dem heute Veranstaltungen stattfinden.

Im Erdgeschoss liegt das große Wohnzimmer mit Erker und Austritt zum Garten, das Esszimmer, die Küche sowie ein WC. 

Im damaligen Wohnzimmer lädt die Friedrich-Wolf-Gesellschaft heute zu Lesungen ein. Ein kleines Zimmer wird heute als Ausstellungsraum genutzt. 

In der oberen Etage befinden sich die Arbeitszimmer von Friedrich und Else und angeschlossen sind ihre Schlafzimmer. Ein Zimmer dient heute als Büro der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

Die Arbeitszimmer sind original erhalten –  mit Möbeln, Arbeitsmitteln, der Schreibmaschine und dem Stehpult von Friedrich Wolf. 

Besuchen Sie uns!

Sind Sie neugierig geworden und möchten gern eine kleine Zeitreise unternehmen? Besuchen Sie das Friedrich-Wolf-Museum und erleben Sie hautnah das Leben und Schaffen der Wolfs. Jeden Freitag zwischen 12 und 16 Uhr bieten wir eine Führung durch das Haus an. Bitte melden Sie sich an. 
E-Mail: anmeldung@friedrichwolf.de

Führungen: 5 Euro | ermäßigt 4 Euro
Gruppen: nach Vereinbarung