Friedrich Wolf
Arzt, Schriftsteller und Humanist
Friedrich Wolf (1888 bis 1953) war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, Dramatiker und Humanisten des 20. Jahrhunderts. Als Arzt, Autor und politisch engagierter Intellektueller setzte er sich sein Leben lang für Gerechtigkeit, Frieden und Menschlichkeit ein. Sein literarisches Werk reicht von gesellschaftskritischen Dramen über Romane bis hin zu Gedichten und Essays.
Schon früh verband Friedrich Wolf sein medizinisches Wissen mit einer tiefen Verantwortung gegenüber den Menschen. In der Weimarer Republik wurde er durch seine sozialkritischen Theaterstücke bekannt, die die Missstände der Gesellschaft thematisierten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Cyankali (1929), ein Drama über das Abtreibungsverbot, sowie Professor Mamlock (1933), das die Verfolgung jüdischer Ärzte durch die Nationalsozialisten behandelt.
Als überzeugter Antifaschist und Pazifist engagierte sich Friedrich Wolf politisch und musste 1933 ins Exil gehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er in Deutschland als Kulturschaffender und Diplomat weiter. Sein Schaffen ist bis heute ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Literatur, politischem Engagement und humanistischer Haltung.
Die Auseinandersetzung mit Friedrich Wolfs Leben und Werk eröffnet einen einzigartigen Blick auf die deutsche Literatur- und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Bild: Friedrich Wolf 1936 in Kopenhagen.
Lion Feuchtwanger schrieb 1948 zu Friedrich Wolfs 60. Geburtstag:
„… es ging von ihm aus ein jugendlich revolutionäres Feuer, ein geradezu knabenhaft ungestümer Wille, die Welt aus dem, was sie ist, zu dem zu machen, was sie sein soll … So überträgt sich der biblisch kämpferische Eifer des Dichters für Gerechtigkeit ohne weiteres auf die Hörer…
Im Grunde gibt es in allen Werken Friedrich Wolfs nur einen Helden: den Entrechteten im Kampf gegen seinen Unterdrücker.”


