Cyankali

Anna Stiede und Panzerkreuzer Rotkäppchen präsentieren ihre kraftvolle Neubearbeitung von Friedrich Wolfs Drama.

Am 5. Juli auf der Bühne im Kultur-Garten des Friedrich-Wolf-Literaturhauses in Lehnitz

Friedrich Wolfs Drama von 1929 kehrt in einer kraftvollen Neubearbeitung zurück – wild, präzise, zeitlos. Das Stück zieht eine eindringliche Linie von den Kämpfen arbeitender Frauen in der Weimarer Republik bis in unsere Gegenwart und beleuchtet, wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch den Fortschritt politischer Verhältnisse spiegelt.

Im Zentrum stehen Erfahrungen von Frauen mit ostdeutschen Biografien – Frauen, die in der DDR unter einer diesbezüglich liberaleren Gesetzgebung ein höheres Maß an körperlicher Selbstbestimmung kannten und die mit dem Ende der DDR ein Recht verloren, das für sie selbstverständlich war. Die Inszenierung verwebt historische Dokumente mit Expertinnenwissen und aktuellen Fragestellungen.

CYANKALI bringt Generationen zusammen und braucht viele Stimmen: Es lädt ein zum Lesen, Erkennen und Erschüttertsein, zum Fragen, Tanzen, Diskutieren, Fordern und Weiterdenken. Die Inszenierung richtet sich an Erwachsene sowie Schülerinnen und Schüler gleichermaßen – an alle, die verstehen wollen, wie eng persönliche Freiheit und politische Entscheidungen miteinander verknüpft sind.

CYANKALI: Ein Stück Osttheater, das bleibt.

Schon mal gesehen …

Im Frühjahr war CYANKALI in Kooperation mit der Bundestagsabgeordneten Katalin Gennburg bereits auf Bühnen in Berlin-Marzahn zu sehen. Tanja Trögel von der Friedrich-Wolf-Gesellschaft war dabei. Ihr Urteil:

Das Publikum ist zwischen Amüsement, Erstaunen und Schock hin- und hergerissen, wenn Anna Stiede in ihrer herausfordernden Präsenz keine Chance lässt, unbeteiligt zu bleiben. Es winkt, in Gymnastikübungen von den Stühlen genötigt, brav der DDR aus den Fenstern des Marzahner Tschechow-Theaters; komplizenhaft wird es ins Unverständnis mancher Aktion auf der Bühne einbezogen.

Was anfangs noch lustig scheint, entwickelt sich bald mit vollem Körpereinsatz von Anna Stiede zum schmerzhaften Erleben. Am Ende steht die Gewissheit, dass sich nun niemand mehr der Ungnade des § 218 in der Radikalität der Verachtung von Frauennot und Frauenrecht entziehen kann.

Das Publikum ist in Betroffenheit begeistert. Was bleibt, ist die traurige Gewissheit, dass Wolfs „Cyankali“ unglaublich aktuell ist. Andererseits ist das Stück auch die moralische Nötigung zur Auflehnung.

Anna Stiede war mit der Theatertruppe „Panzerkreuzer Rotkäppchen“ Akteurin, als sie zum 70. Jahrestag des Bestehens des Friedrich-Wolf-Theaters in Eisenhüttenstadt mit 90 Mitwirkenden das Traditionshaus der Stadt vom Keller bis zum Dachboden und auf dem Theatervorplatz drei Abende auf den Kopf stellten. In den Nächten las Stiede Wolf, und das Stück „Cyankali“ brachte sie dazu, diesen besonderen Theaterabend mit der Theatertruppe PKRK zu entwickeln und auf die Bühne zu bringen. 

Termin vormerken:

Am 5. Juli um 19 Uhr auf unserer Wolf-Bühne

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