Cyankali

Schauspieler auf einer Bühne im Theater
Mit CYANKALI kehrt Friedrich Wolfs Drama in einer kraftvollen Neubearbeitung auf die Grüne Bühne Hellersdorf zurück.

Bald auf der Bühne im Kulturgarten des Friedrich-Wolf-Literaturhauses in Lehnitz

Mit CYANKALI  kehrte Friedrich Wolfs Drama von 1929 in einer kraftvollen Neubearbeitung auf Marzahner Bühnen zurück – wild, präzise, zeitlos. Das Stück zieht eine eindringliche Linie von den Kämpfen arbeitender Frauen in der Weimarer Republik bis in unsere Gegenwart und beleuchtet, wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch den Fortschritt politischer Verhältnisse spiegelt.
Im Zentrum stehen Erfahrungen von Frauen mit ostdeutschen Biografien – Frauen, die in der DDR unter einer liberaleren Gesetzgebung ein höheres Maß an körperlicher Selbstbestimmung kannten und die mit dem Ende der DDR ein Recht verloren, das für sie selbstverständlich war. Die Inszenierung verwebt historische Dokumente mit Expertinnenwissen und aktuellen Fragestellungen.
CYANKALI bringt Generationen zusammen und braucht viele Stimmen: Es lädt ein zum Lesen, Erkennen und Erschüttertsein, zum Fragen, Tanzen, Diskutieren, Fordern und Weiterdenken. Die Inszenierung richtet sich an Erwachsene sowie Schülerinnen und Schüler gleichermaßen – an alle, die verstehen wollen, wie eng persönliche Freiheit und politische Entscheidungen miteinander verknüpft sind.
CYANKALI: Ein Stück Osttheater, das bleibt.

Schon mal gesehen …

Das Publikum ist zwischen Amüsement, Erstaunen und Schock hin- und hergerissen, wenn Anna Stiede in ihrer herausfordernden Präsenz dem Publikum keine Chance lässt, unbeteiligt zu bleiben. Es winkt, in Gymnastikübungen von den Stühlen genötigt, brav der DDR aus den Fenstern des Marzahner Tschechow-Theaters; komplizenhaft wird es ins Unverständnis mancher Aktion auf der Bühne einbezogen.
Was anfangs noch lustig scheint, entwickelt sich bald mit vollem Körpereinsatz von Anna Stiede zum schmerzhaften Erleben. Am Ende steht die Gewissheit, dass sich nun niemand mehr der Ungnade des § 218 in der Radikalität der Verachtung von Frauennot und Frauenrecht entziehen kann.
Das Publikum ist in Betroffenheit begeistert. Was bleibt, ist die traurige Gewissheit, dass Wolfs „Cyankali“ unglaublich aktuell ist. Andererseits ist das Stück auch die moralische Nötigung zur Auflehnung.
Anna Stiede war mit der Theatertruppe „Panzerkreuzer Rotkäppchen“ Akteurin, als sie zum 70. Jahrestag des Bestehens des Friedrich-Wolf-Theaters in Eisenhüttenstadt mit 90 Mitwirkenden das Traditionshaus der Stadt vom Keller bis zum Dachboden und auf dem Theatervorplatz drei Abende auf den Kopf stellten. In den Nächten las Stiede Wolf, und das Stück „Cyankali“ brachte sie dazu, diesen besonderen Theaterabend mit der Theatertruppe PKRK zu entwickeln und auf die Bühne zu bringen. 

Termin vormerken:

Am 5. Juli um 19.00 Uhr auf unserer Wolf-Bühne

Friedrich-Wolf-Literaturhaus in Lehnitz

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