am 20.03.2026 im Friedrich-Wolf-Literaturhaus
Aufgeregt waren sie, die fünf Autorinnen aus den Klassenstufen vier bis sieben und die beiden zehjährigen Flötenspieler Hanna und Theo der Kreismusikschule Oberhavel. Für sie war die Flötenlehrerin Frau Krumpholz als fachliche Mutmacherin dabei. Von allen sieben jungen Künstlern saßen Eltern, Großeltern und Geschwister im Publikum, um zuzuhören. Und natürlich auch, um Mut zu machen.
Bei der Generalprobe hatten die Kinder im Spaß festgestellt, dass das Mikrofon sie auffressen wolle. Das wurde unter den Fünfen zum geflügelten Wort und gern ließen sie noch Abstand zum „gefräßigen“ Mikro. Tanja las ihre Geschichte vom Haus, das außen in Gestalt eines alten Stiefels, innen gemütliches Zimmer einer Fee ist. Krieg droht von einem verzauberten König. Erst als ein magisches Geschöpf dem König tief in die Augen schaut, löst sich der Bann und der König ist wieder friedlich und freundlich. Eine weise Idee: Erkennt den Menschen hinter der Fassade des Bösen und die Welt würde ein friedlicherer Ort. Ähnlich löste auch Ylvi ihre Geschichte. Es geht darin um Mobbing. Erst die Solidarität zwischen Kindern bringt die kleine Gang der mobbenden Mädchen dazu, vom Grund ihrer Wut zu sprechen, die sie an anderen ausließen.
Kathi schreibt Geschichten, die fast kleine Drehbücher oder Theaterstücke sind. Kriminalstücke, in denen der Dackeldetektiv spannende Fälle zu lösen hat. Eine zweite Geschichte zum Dackeldetektiv schrieb sie gemeinsam mit Lori. Beiden Geschichten wohnen guter Humor, Phantasie und witzige Sprachspiele inne. Lori las ihr phantasievolles Märchen vom Jungen Otto, der in einen Otter verwandelt und von seiner Schwester wieder erlöst wird. Luise stellte ein Kapitel eines eigenen Romanprojektes vor. Gut beobachtet und mit lebendiger Sprache beschreibt sie darin einen morgendlichen Streit zwischen der Romanheldin und ihrer Mutter.
Im Publikum wurde an den passenden Stellen geschmunzelt, gelacht und sehr aufmerksam zugehört. Die jungen Künstler und Künstlerinnen bekamen am Schluss reichlich Applaus und guten Zuspruch. Die musikalische Umrahmung war ebenfalls ein guter Erfolg für das erst frisch eingespielte Flötenduo.
Die Lesung war einerseits der Abschluss des Projektes „Wolf und ich“, das in Kooperation mit der Friedrich-Wolf-Grundschule und gefördert von der Plattform Kulturelle Bildung im Jahr 2025 mit mehreren Angeboten das Schulleben der Kinder bereicherte. Und sie war der Startimpuls für eine regelmäßige offene Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche, die ab April 2026 an jedem letzten Freitag im Monat ab 16 Uhr im Friedrich-Wolf-Literaturhaus angeboten wird.
Das Foto zeigt Lori, Klasse vier, die ihre Geschichte von Otto dem Otter vorliest.
