Feucht-fröhliches Feiern

Überblick über den Kultur-Garten mit Zelten, Publikum und Wolf-Bühne im Hintergrund.
Martin Sonneborn, das Trio Tobias Morgenstern und viele Helferinnen und Helfer bescherten uns ein herrliches Frühlingsfest 2026

Richtig wohlgesonnen war uns Petrus nicht. Eher in April- als in Juni-Stimmung zeigte sich der Wettergott am vergangenen Samstag, schickte erst Regen und Grau, dann Sonne, schließlich wieder Regen. Da saß der Satiriker und Politiker Martin Sonneborn gerade vergnügt auf der Bühne und machte unbeeindruckt weiter mit seinem Programm. Und weil sich auch die Wenigsten der rund 250 durch Zelte und Regencapes geschützten Gäste im Kultur-Garten des Friedrich-Wolf-Literaturhauses in Lehnitz die gute Laune verderben ließen, wurde es zwar ein feuchtes, aber ein nicht minder fröhliches Frühlingsfest 2026.

Scharfe Zunge und Pazifismus

Dass es ein hochkarätiges werden würde, war angesichts der Auftretenden schon vorher klargewesen. Da war zum einen Martin Sonneborn, bekannt als Herausgeber des endgültigen Satiremagazins Titanic, Außenreporter der ZDF-heute-show und Bundesvorsitzender der Partei DIE PARTEI. Und da war zum anderen der renommierte Akkordeonist, Komponist und Arrangeur Tobias Morgenstern.

Sonneborn plauderte gewohnt scharfzüngig und fidel über seine Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments und Begegnungen etwa mit der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Verteidigung und Sicherheit Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der Außenbeauftragten Kaja Kallas. Er rief zur Abstimmung auf, ob man die baltischen Staaten aus der EU werfen sollte. Er berichtete über surreale Erlebnisse in komfortablen, klimatisierten, pünktlichen, chinesischen Hochgeschwindigkeitszügen. Und er kündigte noch auf der Bühne an, in die Friedrich-Wolf-Gesellschaft einzutreten. Schließlich seien Initiativen für Frieden heutzutage rar.    

Wärmende Musik

Tobias Morgenstern, der das Publikum schon gekonnt auf Sonneborns Auftritt eingestimmt hatte, trat am späteren Nachmittag gemeinsam mit dem argentinischen Bassisten Rodolfo Paccapelo und dem brasilianischen Gitarristen Eudinho Soares erneut auf die Bühne. Zu dem Zeitpunkt war es nasser und kühler geworden, doch das Programm „Vom Tango zum Jazz und zurück“ strahlte dennoch Wärme und Stimmung aus.

„Mit jeder Bewegung seines Balgs atmet es Musik. Mal entfaltet es die Klangfülle eines ganzen Orchesters, mal ist es ganz zart und lädt zum Träumen ein.“

So hatte Frank Jahnel, der Vorsitzende der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, Tobias Morgenstern zu Beginn angekündigt. Und er hatte nicht zu viel versprochen.

Großer Dank an alle Unterstützer

In seiner Anmoderation des kulturellen Höhepunkts im Jahresprogramm der Friedrich-Wolf-Gesellschaft nutzte Frank Jahnel die Gelegenheit, einigen Organisatoren und Menschen zu danken: für die finanzielle Unterstützung der Stadt Oranienburg, den Erben der Familie Wolf, der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG), dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Erben Willi Münzenbergs.

Der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH dankte er fürs Ausleihen zusätzlich benötigter Stühle, Matthias Hennig und dem Ortsbeirat von Lehnitz für die kontinuierliche Unterstützung und das schon traditionelle Stellen der Grillmannschaft sowie den vielen Helferinnen und Helfern für unzählige Stunden fleißiger Arbeit. Explizit hervor hob Jahnel die Lehnitzer Ute und Jens Kunze, Dr. Stephan Langen, Daniel Fritze und Peter Möller, die die neue Wolf-Bühne konstruiert haben.

Das Frühlingsfest 2026 war eine Würdigung ihres Engagements und aller Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, die das Erinnern und Gedenken lebendig halten – und die Gegenwart in Lehnitz ebenso.

Gewinnspiel: die besten Fotos

Wer beim Frühlingfest 2026 dabei war und Fotos gemacht hat, schicke sie uns bitte an kontakt@friedrichwolf.de zu. Wir sammeln und präsentieren die schönsten Aufnahmen. Die drei Einreicherinnen und Einreicher mit den besten Fotos erhalten ein Plakat des Festes als Erinnerungsstück.

Frank Jahnel (links) und Tobias Morgenstern auf der Bühne
Frank Jahnel (links) und Tobias Morgenstern
Einige der vielen Helfer
Einige der vielen Helfer
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